Weeste noch…?

Berlin, Bar "Eldorado"Damals in Schöneberg… Das NEUE ELDORADO in der Motzstraße; Ecke Kalckreuthstraße

war eine vielbesuchte Transvestitenbar und auch über die deutschen Grenzen hinaus bekannt.

Seine Schritte brachten ihn eilig zum erwünschten Ort. Als er die Lutherstraße (heute: Martin-Luther-Straße) überquerte und in die Motzstraße Richtung Nollendorfplatz einbog, sah er schon die Lettern des riesigen Schildes: „Hier ist’s richtig“… Aber wie lange noch?

Vier Jahre lang, zwischen 1928 und 1932, war das Eldorado an der Ecke Motz- und Kalckreuthstraße ein eleganter und komfortabler Anziehungspunkt für Leute, die sich gern auf eine pikante Art amüsieren wollten. Es war die Zweitniederlassung des „Original Eldorado“, aus der Lutherstraße. In den Zwanziger Jahren war Berlin bekannt für seine sexuelle Freizügigkeit. Es gab zahlreiche Bars, welche allerlei Wünsche erfüllten. In einigen konnten die Gäste ihre Identität wahren, indem sie eine Maske aufsetzten, wodurch sie sich anonymer fühlten. Beide Eldorados waren vor dem Zweiten Weltkrieg bekannte Transvestitenlokale. In den gehobenen Berliner Heterokreisen galt es als schick, sich dort einen Abend lang zu vergnügen. Viele prominente Gäste wie die Manns oder Marlene Dietrich verbrachten im neuen Eldorado amüsante Nächte. Für einen Tanz bezahlte man die Transvestiten mit speziellen Münzen und versuchte dabei zu erraten, ob man mit einem Mann oder einer Frau das Tanzbein schwang.

Mot 44In Berlin gab es etwa 150 Etablissements für die Schwulen- und Lesbenszene. In der Zeit des Nationalsozialismus wurden die Homosexuellenlokale geschlossen.

Hier amüsierten Transvestiten hauptsächlich ein Heteropublikum: Der Nachtclub Eldorado in den zwanziger Jahren, Innen- und Aussenansicht.

BUCHTIPP!

Sie wollen mehr über das Eldorado und das Schöneberg und Berlin der 30er Jahre lesen? Wir empfehlen CHRISTOPHER ISHERWOODS

Goodbye to Berlin“ (1939) und „Mr Norris changes trains“ (1935).