Meine Indoor Garten Story

 

erste Triebe im AktenschieberGuerilla Gardening, Balcony Gardening, Urban Gardening: Gärtnern und Selbstversorgung liegen im Trend. Klappt das auch bei Laien ohne grüne Daumen? Und ist es nicht furchtbar anstrengend? Die Aussicht auf kleinstem Raum essbare Pflanzen zu ziehen, die wir anschließend noch verspeisen könnten, ließ uns nicht ruhen. Das Projekt „Indoor und Balkon Garten mitten in Schöneberg“ war geboren.

im MärzAnfang März

Zwei große und zwei kleine Köpfe überlegten erst einmal was überhaupt angepflanzt werden soll: Bohnen und Erbsen – weil sie so schön blühen und schnell wachsen. Kapuzinerkresse – wegen ihrer Schönheit, Feldsalat – weil er so lecker ist und Tomaten – nun, die haben auf unserem Balkon schon Tradition. 050420122443Wir schleppten zahlreiche Säcke mit Erde in unser Wohn- und nun auch Gartenzimmer. Nachdem die unterschiedlichen Samen im Wasser gekeimt waren, pflanzten acht Hände alles – hatten wir etwa übertrieben? – in Blumenträger aus Kunststoff, die wir aus der Pflanzenabteilung einer schwedischen Möbelhauskette hatten. Die Samen für den Feldsalat fanden ihr Zuhause in einem großen flachen Karton, der mit einer Plastiktüte ausgelegt war.

TertrapacksApril

Es wächst! Wie schön! Angetrieben von dem ersten sichtbaren Erfolg und stolz auf unsere „grünen Daumen“ erkannten wir eins: Die Pflanzen brauchen mehr Platz! Dank unserer Voraussicht und unseres Apfelsaft- und Milchkonsums entschieden wir uns für Tetra-Paks.

es wächst und klettertMai

Und wie es wächst… Eine Bohnenranke kletterte schon zwei Meter an der Wohnzimmerwand hoch. Erste Schoten waren zu sehen. Stützen mussten her! Bei einem Waldspaziergang sammelten wir lange Zweige, die wir in die Tetra Paks steckten. Langsam wurden auch missmutige Worte hörbar: „Jetzt bist Du aber mal mit dem Gießen dran“. Ja, täglich zig Liter Wasser zu schleppen hat nichts mit „Trainingseffekt nebenbei“ zu tun.

vor dem AussiedelnJuni

Der Juni machte sichtbar, welche Pflanzen sich für ein Leben auf unserer Loggia entschieden hatten, die anderen wurden mitsamt Erde wieder verwertet. Nun spannten wir mit einer dünnen Schnur ein kunstvolles Spinnennetzartiges Konstrukt, damit die Bohnen – von denen wir zahlreich hatten, ja, wir essen gerne Bohnen… – auch richtig ranken konnten. Die anderen Pflanzen kamen in die Balkonkästen…, auf den Boden…, an die Wände… Vier kleine eifrige Hände erledigten das Ernten.

Juli

Urlaubszeit! Dem fiesen Wetter entflohen wir gen Norden und überließen Erbsen und Bohnen ihrem Schicksal.

Pflanzwut im WohnzimmerFAZIT

Vielleicht hätten wir mehr Disziplin benötigt. Vielleicht mehr helfende Hände. Vielleicht einen Gärtner… Oder einen Familientherapeuten. Wir hatten definitiv zu viele Bohnen- und Erbsenpflanzen für zu wenig Fläche und Zeit. Viele Pflanzen sind mangels Wasser eingegangen. Oder weil wir zu viel gegossen haben. Es war auf jeden Fall ein individuelles und bereicherndes Familienprojekt. Wir haben selbst gezogene Erbsen und Bohnensamen unterschiedlichster Art für die nächste Saison, die unkaputtbare Kapuzinerkresse ist ein ästhetischer Anblick und die Balkontomaten sind köstlich! Unsere Tipps: Nicht zu eifrig sein. Aus jedem Samen kann tatsächlich eine Pflanze entstehen. Tetra Paks eignen sich nur bedingt. Gießt man zu wenig, wächst die Pflanze nicht, gießt man zu viel, fault die Erde, weil das Wasser nicht abfließen kann. Bohnen und Erbsen benötigen einfach mehr Erde. Und Wasser, Wasser, Wasser!

Doch wir werden es wieder tun! Wir können nicht anders.